28.08.2008

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät: “Das Botellón ist ein Kind der neuen Internet-Kultur.” (35)

Das Wahlbistro ist eröffnet, entrez!

Unser erster Gast ist Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Aus aktuellem Anlass: Diesen Samstag soll in Bern das erste Botellón stattfinden.

Der Begriff Botellón hat in der Schweiz binnen dreier Wochen den hintersten Winkel erreicht. In der Verkürzung der Massenmedien war bislang oft von einem “Massenbesäufnis” die Rede. Jugendliche und junge Erwachsene bezeichnen das Botellón mehrheitlich als Party unter ihresgleichen, um zu feiern und Alkohol zu trinken. Der “Suff” gehört nicht zwingend dazu.
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Herr Tschäppät, was sagt Ihnen der Name Bruno Biertrinker?

Alexander Tschäppät: Nichts, aber ich nehme an, sein Name ist Programm.

Bruno Biertrinker ist der Administrator der Gruppe, die auf der Internet-Plattform „Facebook“ zum ersten Botellón in Bern aufruft. Gab es bislang Kontakte zwischen dieser Gruppe und der Stadtberner Behörde?

Das Polizei-Inspektorat hat meines Wissens bisher kein Gesuch für die Durchführung einer solchen Veranstaltung erhalten. Ein solches müsste aber eingereicht werden, wenn jemand einen grösseren Anlass auf öffentlichem Grund organisieren will.

Keinen Ansprechpartner zu haben muss irritierend sein.

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Das Botellón scheint ein neues Phänomen zu sein, sozusagen ein Kind der neuen Internet-Kultur. Getrunken wurde schon immer, am Vereinsfest, an der Fasnacht, nach dem Fussballspiel. Der Unterschied dazu ist, dass man sich heute offenbar sozusagen anonym dazu verabredet. Das ist das Neue daran. Und da fehlen die Erfahrungen.

Wird die Stadtregierung den Botellón vom kommenden Samstag verbieten, um so auch strafrechtlich vorgehen zu können?

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Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung bekräftigt, dass er ein kollektives Rauschtrinken auf dem Bundesplatz oder auf einem anderen öffentlichen Platz ablehnt. Daher will er auch keinen öffentlichen Raum dafür zur Verfügung zu stellen. Aber in einer offenen Gesellschaft darf man glücklicherweise niemanden verbieten, sich mit anderen zu treffen. Also ist es die Aufgabe der Polizei, bei einem solchen Anlass im Rahmen der Verhältnismässigkeit entsprechende Massnahmen zu ergreifen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Im Übrigen wollen wir nicht dramatisieren. Wenn es den Jugendlichen nicht ums massenweise Rausch- und Kampftrinken geht, sondern nur darum, sich mit anderen zu treffen, dann erscheint die Sache in einem anderen Licht.

Werden uniformierte Polizisten Präsenz markieren oder stehen Fachkräfte aus dem Präventionsbereich im Vordergrund?

Wenn ein solcher Anlass stattfindet, wird die Polizei sicher präsent sein sowie auch das Personal von PINTO, der Stiftung Contact Netz und der Suchthilfe-Organisationen.

Was, wenn sich der harte Kern der Botellón-Teilnehmenden ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefert?

Ich kann mir kaum vorstellen, wie das gehen soll. Das sind nicht irgendwelche Rechtsextreme oder der Schwarze Block. Wenn eine Gruppe Jugendlicher irgendwo an der Aare einen paar Bier trinken will, dann darf sie das tun. Das hat nichts mit Katz- und Mausspiel zu tun, sondern geschieht jeden Abend.

Glauben Sie, dass die Provokation den entscheidenden Kick dieses neuen Phänomens ausmacht?

Kampftrinken als Auflehnung gegen die Erwachsenen? Oder gar als politische Manifestation? Das scheint mir alles etwas an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht sollten wir alle einfach einmal abwarten, was denn nur wirklich geschieht mit dem Botellón. Und dann schauen wir weiter.

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Soziologieprofessor Kurt Imhof sagte diese Woche im „Club“ des Schweizer Fernsehens, an dem Sie auch teilnahmen, die Jugend von heute sei wertkonservativ und sehr brav. Teilen Sie seine Einschätzung?

Ja, auch ich glaube, dass die Jugend heute leistungsbereiter und angepasster ist als früher, obwohl man nicht zu sehr pauschalisieren sollte.

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Der Grossteil der Jugendlichen will sich an den Botellones offenbar gar nicht betrinken. Sind wir alle einem Medienhype aufgesessen? Moonlight Mile

Stellen Sie diese Frage den Medien. Sie setzen die Themen, moderieren den öffentlichen Diskurs und prägen damit unsere Wahrnehmung. Wenn morgens in der Zeitung steht, das sei nun das grosse Thema, dann werden die Menschen halt darüber diskutieren – ob sie das Thema nun wichtig finden oder nicht. Das ist ja die grosse Verantwortung, welche die Medienschaffenden tragen.

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Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die etablierten Medien?

Für die etablierten Medien gilt in besonderem Masse, dass sie verantwortlich sind für die Qualität der öffentlichen Debatte. Sie schaffen Öffentlichkeit, was Voraussetzung ist für das Funktionieren der Demokratie. Medienschaffende, die das nicht so sehen, scheinen sich immer mehr vor allem als Produzenten einer Ware zu verstehen, die sich auf dem Markt verkaufen muss. Also steigen sie oftmals auf den gleichen Zug auf und bringen das, was das Publikum anscheinend will – wie eben Geschichten über das Botellón.

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Interview: Mark Balsiger
Foto Alexander Tschäppät: www.bern.ch

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Letzte Kommentare

Sie argumentieren ausgezeichnet! Vermitteln Ruhe, sagen, was auf öffentlichen Plätzen geht, und was nicht. Und Sie zeigen daneben Toleranz und nehmen auch nicht einfach Horrorszenarien an, wenn sich die Jugendlichen treffen werden. Sie trauen ihnen trotz Spass an der Freude auch Augenmass zu. Und beleuchten gleichzeitig die Verantwortung der Medien beim Themensetzen.

Ich gratuliere Ihnen zu dieser guten Haltung!

Ich finde auch, dass Herr Tschäppät hier die nötige Gelassenheit zeigt. In Bern wird es weder zum Kampftrinken noch zu Krawallen kommen.

Interessanter fände ich in diesem Zusammenhang eine Diskussion zur Nutzung des öffentlichen Raums im Allgemeinen.

So hat es die Kreise, die jetzt Empörung zeigen über die Botellónes, überhaupt nicht gestört, dass während der EM auf und rund um den Bundesplatz täglich Massenbesäuffnisse stattfanden und dass der penetrante Bier- und Uringeruch auch am Morgen nach den Berner Spielen noch in der Luft lag.

Nein hier hat man sich gefreut, den Anlass (und Tschäppät sich selbst) als sehr erfolgreich präsentiert und mit keinem Wort die Sicherheitskosten oder den Müll erwähnt, der auf Kosten des Steuerzahlers weggeräumt werden musste.

Auch der Konsumzwang in den Fanzonen war für die Stadt kein Thema, schliesslich wollte man ja die “gemeinnützige” UEFA nicht verärgern.

Wenn also die UEFA ihren “Privatanlass” auf Kosten der Stadt zelebrieren durfte, soll man den Jugendlichen diesen Raum auch geben – solange sie dabei friedlich bleiben.

Botellónes gab es in Spanien übrigens schon, als das Internet noch gar nicht existierte!

Ich selbst vermag das Lob der beiden vorhergegangenen Autoren an unseren Berner Stadtpräsidenten nicht uneingeschränkt teilen. Seit den Wahlverlusten der SP im Rahmen der letzten National- und Ständeratswahlen bemüht sich insbesondere die RGM Mehrheit in der Stadt Bern, durch eine vermeintlich gesteigerte Law & Order Politik Eindruck zu schinden. Die Stadt Bern als sicher und sauber zu bezeichnen, wäre weit gefehlt.

Im Umgang mit dem angekündigten Gelage unterstütze ich den Gemeinderat in seinem Vorgehen. Solange keine Bewilligung eines solchen Anlasses vorliegt, gilt es, die öffentliche Ruhe und Ordnung im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu gewährleisten.

Es gilt jedoch bei dieser Gelegenheit, einen Aufruf an die Eltern zu platzieren, welche ihre Erziehungsverantwortung deutlich wahrnehmen müssen. Besonders Jugendliche unter 18 Jahren unterliegen vollumfänglich der elterlichen Sorge. Bitte tragen Sie diese Verantwortung in Ehren und sprechen Sie über dieses Ereignis.

Eine Eskalation bei einem solch “berauschenden” Fest kann nie vollumfänglich ausgeschlossen werden.

“Durch Alkohol bringt man sich auf die Stufen der Kultur zurück, die man überwunden hat.” (Nietzsche)

Ich kann mich den Erläuterungen von Jan Flückiger hier anschliessen.

Sich ob des geplanten Massenbesäufnisses derart empört zu zeigen, wirkt heuchlerisch wenn man an die Euro 08 zurückdenkt. Diese war nämlich nichts anderes als ein intendiertes Massenbesäufnis, aus dem man aber – im Gegensatz zu den Botellones – Profit schlagen konnte.

Im Gegenteil finde ich die Selbstorganisation der Jugendlichen bemerkenswert, zeugt sie doch auch davon, dass es die Städte nicht fertig bringen, Angebote für Jugendliche zu schaffen, die deren Bedürfnissen entsprechen.

Wo es kaum noch Freiraum gibt, nehmen sich die Jugendlichen diesen einfach. Sie lassen es sich nicht mehr gefallen, sich ihre Freizeit von den kommerziellen Angeboten diktieren zu lassen und schaffen sich selber einen ihnen entsprechenden Rahmen, in dem sie sich ausleben.
Insofern teile ich auch die Aussagen des Soziologieprofessors Kurt Imhof, der die Botellones als “Form von kollektivem Widerstand” deutet; und zwar als Zeichen gegen die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums.

Ob „Massenbesäufnis“ an einem Bottelón oder an der Euro 08 spielt im Grunde keine Rolle; es ist in beiden Fällen ein exzessives, überbordendes Verhalten in den Augen der Mehrheit. Exzesse hat es immer in irgendeiner Form gegeben. Mir scheint jedoch, dass
a) immer mehr nach einem exzessiven Verhalten tendieren
b) dies immer häufiger tun und
c) sich die Schere des exzessiven Verhaltens immer mehr auftut (Bsp.: Sportfanatiker vs. Sportmuffel).

Die öffentliche Hand hat dieses „Überborden“ zu absorbieren. Das ist dann auch der Moment, wo mangelnde Verantwortungsübernahme gegenüber sich (Gesundheit) wie auch gegenüber den anderen (öffentliche Ordnung und Sicherheit, Gesundheitskosten, …) zum Ausdruck kommt.

Mich würde von den hier mitdiskutierenden PolitikerInnen interessieren, ob sie meine oben stehende Auffassung teilen. Falls ja, was sind Ihrer Ansicht nach die Ursachen und wie wären diese (und nicht etwa die Symptome) zu beseitigen? Wie schafft die Politik ein breiteres Verantwortungsbewusstsein beim einzelnen Gemeindemitglied?

Botellónes, oder das Massenbesäufnis in der kollektiven Anonymität, sind doch nichts anderes als ein offen an den Tag gelegter, zielloser Konsumrausch, und somit das Spiegelbild unserer Zeit. Problematisch an diesem Phänomen finde ich insbesondere, dass sich auch Minderjährige daran beteiligen. Schon aus diesem Grund sollte ein solcher Anlass ohne Bewilligung auf öffentlichen Plätzen nicht toleriert werden.

Ich war mit dem Auftreten der UEFA während der EURO08 auch nicht immer einverstanden, das war aber ein dreimaliges Ereignis in Bern und zudem von langer Hand geplant. Botellónes scheinen mir dagegen viel unberechenbarer. Sie sind aber auch mehr vom Wetter abhängig, wie das zweite Botellón in Genf gezeigt hat.

Ich glaube nicht, dass wir Angst vor Botellónes haben müssen, und da finde ich, dass Herr Tschäppät nicht zu Unrecht auf den Medienhype verweist. Medien sind massgeblich an der Meinungsbildung beteiligt und vielleicht geht es ja auch ein bisschen um diese Aufmerksamkeit der Medien.

Also: Ruhig bleiben, aber nicht verharmlosen.

Im Grundsatz stimme ich dem Berner Stapi zu. Allerdings finde ich, dass es wichtigere Themen gäbe. Ich denke etwa an die stark diskutierte Rolle des Wirtschaftsstandortes Bern (Diskussion Metropolitanregionen Zürich, Basel, Genf/Lausanne) und die Tatsache, dass der Raum Bern betreffend Wohn- und Standortqualität, politischer Kultur und selbst Wirtschaftskraft besser ist, als er von Teilen der Schweiz und der Medien (Weltwoche…) wahr genommen wird. Auch die gesamte Thematik “Zusammenleben und Gemeinschaftsgefühl” und das Thema “Bildung” finde ich zentrale Fragen für einen Blog.
Ein Schlusswort zu den Massenbesäufnissen: Darüber kann ich, wie bei zahlreichen anderen Exzessen, nur den Kopf schütteln – es handelt sich aber letztlich doch um Folgen gesellschaftlicher Missstände und unserer gesellschaftlichen Kälte.

Ich habe Verständnis für Herrn Riesens Überlegung, dass es “wichtigere”, man könnte auch sagen, grundsätzlichere Themen zu diskutieren gäbe. Allerdings interessieren sich die Leute (und da gehören wir als PolitkerInnen ja “privat” durchaus auch dazu!) eben auch für Themen, die ganz plötzlich wie Schachtelteufelchen an die Oberfläche springen und sich zu punktueller brennender Aktualität entwickeln… So ein Thema ist der Botellón offensichtlich, sonst würden nicht die Kommentare seit gestern Mittag in dieser Dichte hineinsprudeln…
An uns, den Teilnehmern im übrigen, selbst Themen vorzuschlagen – in den Hausregeln steht’s wie’s gemacht wird, ich habe bereits ein Thema vorgeschlagen und bin gespannt, ob es lanciert wird.

PINTO, Suchthilfe, Contact-Netz, eine Moralpredigt des Stapi und natürlich jede Menge anderer Politiker wissen was zu tun ist. Ist das grobe Geschütz verhältnismässig?

Fakt 1: Die Jugendlichen wissen alle das Alkohol die Gesundheit gefärdet. Aufgeklärt ist genug.

Fakt 2: Wir als Gesellschaft haben festgelegt, ab welchem Alter Alkohol abgeben werden darf. Das gilt auch für dieses Fest.

Fakt 3: Die Freiheit der Kids geht soweit, bis sie diejenige der Anwohner tangiert. Da keine Bewilligung eingeholt wurde, gelten die üblichen Nachtruhezeiten und das Littering-Verbot.

Also: Die Spielregeln sind klar. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen rechnen. Wie so oft bei Kids geht es hier doch darum, die Grenzen auszuloten. Die Polizei wird diese Grenzen setzen, mit Augenmass und Sachkenntnis (wie übrigens in den meisten Fällen).

Alles andere dürfen wir getrost der Selbstverantwortung unserer Jugend überlassen. Habt doch auch etwas vertrauen!

Apropos: Zum Glück haben wir keine schwerwiegenderen Probleme. Und zum Glück sind in drei Monaten die Wahlen vorbei.

Aufgrund der unglaublichen Presseempörung scheint nun die ganze Stadt kein Vertrauen mehr in unsere Jugend zu haben. Also, aus sicherer Distanz diesen Anlass begutachten und dann die nötigen Schlüsse ziehen … Verbot oder Durchführung mit Bewilligung für die Zukunft.

Cool wäre natürlich wenn sich unsere Stadtregierung vor Ort ein Bild macht … direkte Diskussionen an der Front garantiert und erwünscht.

Wenn die Gründe zur Durchführung von Botellóns in der Schweiz den gleichen Ursprung haben wie in Spanien, wäre dies natürlich ein äusserst spannendes Thema. Die spanischen Jugendlichen sahen sich aufgrund der teuren Getränkepreise ( … unsere Clubs sind da Spitze) zu dieser Massnahme gezwungen.

Wenn sich nun auch noch die Teilnehmer an das Original-Botellóngetränk halten, Cola mit Rotwein (keine Hochprozenter), dann kann ja nichts mehr schief gehen.

Eines muss sich Herr Tschäppät aber ganz dick hinter die Ohren schreiben. In dieser Stadt gibt es viel zu wenig kostengünstige Anlässe für unseren Nachwuchs … da ist ein gewaltiger Nachholbedarf.

Ob ein Botellón-Verbot oder Ausgangssperren für Jugendliche, es ist erschreckend zu sehen, dass immer mehr Politiker offen für einen Präventivstaat eintreten.

Erfreulicherweise zeigt unser Stadtpräsident nicht die gleichen Tendenzen wie seine Zürcher Parteikollegin Esther Maurer, welche die Teilnehmer eines Botellón einfach mal kollektiv als “im Hirn krank” bezeichnet.

Der Staat soll im Vorfeld (und auch vor Ort) präventiv tätig sein und erst dann repressive Massnahmen ergreifen, wenn Gesetzesübertretungen stattfinden. Es steht dem Staat aber nicht zu, Anlässe zu verbieten, nur weil geltende Gesetze missachtet werden könnten.

Es käme wohl niemanden in den Sinn Stammtische zu verbieten, obwohl einzelne Stammtischgänger sicher regelmässig betrunken nach Hause fahren.

Der Versuch die Massenbesäufnisse in den Städten mit dem „Massenbesäufnis“ während der Euro08 vergleichen zu wollen, finde ich verfehlt. Insbesondere die holländischen Fans haben bewiesen, dass obwohl man einen über den Durst getrunken hat, man nicht zwangsläufig der nicht trinkenden Gesellschaft zur Last fallen muss.
Massenbesäufnisse sollten nicht zur Regel werden. Ich kann dem Beitrag von Herrn Rub vollumfänglich zustimmen.
Von mir aus, darf jeder „saufen“ so viel er will, solange die nicht teilnehmende Gesellschaft dadurch nicht belästigt wird und die Vorkehrungen solcher Anlässe das Portemonnaie des Steuerzahlers nicht noch mehr belasten resp. die möglichen Folgewirkungen die Krankenkassenprämien nicht noch mehr in die Höhe schnellen lassen durch die, leider steigende Tendenz, in Anspruchnahme der Notfallaufnahmestellen.
Die Eltern müssen sich wieder vermehrt verantwortlich fühlen über das Tun und Handeln ihrer Kinder und ihren Kindern sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und auch vorleben in Form von Sport, musizieren, o.ä. statt vor der Glotze zu sitzen, zu gamen oder rumzuhängen.

Frage an Frau Mäder: Sollten wir den Berner Jugendlichen nicht auch die Chance geben, zu beweisen, dass sie sich – gleich wie die holländischen Fans – auch nach dem Konsum von Alkohol “anständig” verhalten können?

Ich bin davon überzeugt, dass dies der grösste Teil der Jugendlichen tun wird. Wenn dem nicht so sein sollte, kann die Polizei immer noch eingreifen.

Des weiteren stimme ich mit Ihnen vollkommen überein, dass wir Freizeitbeschäftigungen wie Musik oder Sport fördern sollten, daneben sollen die Kinder und Jugendlichen aber auch “rumhängen” (etwas weniger abwertend kann man dies nämlich auch als “das Pflegen sozialer Kontakte” bezeichnen).

Um Missverständnissen vorzubeugen noch eine kleine Präzisierung zu meinem vorherigen Beitrag: “mit präventiv tätig sein” meine ich natürlich Präventionsarbeit in Form von Aufklärung und keineswegs ein präventives Verbot der ganzen Veranstaltung.

Wer alt genug ist, sich bewusst zu betrinken, der ist auch alt genug, selber Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen. Deshalb, Frau Mäder, teile ich die Meinung nicht, dass Eltern sich wieder vermehrt für das Tun und Handeln ihrer Kinder verantwortlich fühlen müssten.

Hingegen sind die Eltern dafür verantwortlich, Eigenverantwortung bei ihren Kindern zu wecken. Damit bin ich wieder bei den schon oben gestellten Fragen, wie denn die (lokale) Politik Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortung beim Einzelnen hervorrufen kann. Was kann die Politik da tun, wie kann sie die Eltern unterstützen?

@ Titus Sprenger
Patentrezepte für die Erziehung gib es bekanntlich nicht, leider. Ich denke wir können einen Beitrag leisten, wenn wir in den KITAs und Schulen, lehren
(i) Grenzen zu setzen & zu respektieren
(ii) Leistung zu fördern & zu belohnen und
(iii) die Möglichkeit bieten, bei Sport- und Freizeitvereinen, Verantwortung zu erlernen.

Wohlfühlschulen, Verzicht auf Noten und Wettbewerb sind meines Erachtens der falsche Weg.

@ Michael Köpfli
Selbstverständlich bin ich dafür den Jugendlichen eine Chance zu geben, damit sie beweisen können, dass sie Eigenverantwortung übernehmen können und auch wollen und eine solche Veranstaltung nicht ausarten muss. Schlecht finde ich hingegen, wenn die Polizei eingreifen müsste. Den genau hier würde die Eigenverantwortung über sein Tun und Handeln jedes einzelnen versagen. Das würde ja heissen, dass bei jeder grösseren Party die Polizei zugegen sein müsste? Das kann ja nicht die Lösung sein oder?

@ Titus Sprenger
einverstanden, aber auch die Eltern müssen ihren Teil an die Erziehung beitragen. Es kann nicht sein, dass die Erziehung vollumfänglich an Kita und Schule ausgelagert wird.

Auf Anhieb hat hier eine engagierte Debatte angefangen, danke an alle Wahlbistro-Gäste.

Wir bleiben weiterhin beim Thema Botellón. Ich führte mit Bruno B., dem Sprecher bzw. Administrator der “Facebook”-Gruppe Botellón Bern, ein Interview. Ich kann es aus Platzgründen nicht hier publizieren. Sie finden es deshalb im Wahlkampfblog.

Eine kurze Zusammenfassung des Interviews: Bruno B. führt aus, dass der Anlass heute Abend durchgeführt werde. Er geht von einem gemütlichen Umtrunk aus und im Nachhinein werde sich herausstellen, dass viel Wind um nichts gemacht worden sei.

Der Sprecher appelliert an den gesunden Menschenverstand der Teilnehmenden. “Wir sind mündige Bürger.” Schliesslich schneidet er die Rolle der Medien an: Der Begriff “Massenbesäufnis” stamme aus der Medienküche und habe mit der Idee des Botellón wenig zu tun. Aufgrund der Erfahrungen seiner Vorgänger ist Bruno B. im Umgang mit Medienschaffenden sehr zurückhaltend. Er habe einzig gegenüber Spiegel-Online und nun hier Auskunft gegeben.

Wie man diesen Anlass auch nennt, ist er doch in jedem Fall eine Aufforderung zum öffentlichen Alkoholkonsum (und nicht etwa zum Tee trinken). Dagegen ist nichts einzuwenden. Es spielt aber schon eine Rolle, ob man das nur unter Freunden macht oder in einer grossen, mehrheitlich anonymen Menge. Letzteres, wie auch die Dunkelheit der Nacht und der Gruppendruck (unter Freunden) liefern die Basis und die Motivation dafür, dass man das Genussmittel Alkohol bewusst als Rauschmittel verwendet. Man kann sich so enthemmen ohne dass man/frau weiter auffällt oder sich am nächsten Tag schämen müsste…

Ist der Leistungsdruck unserer Gesellschaft so hoch, dass man sich auf diese Weise enthemmen oder einfach nur „Dampf ablassen“ will? Sind es unsere Vorurteile, die vom Einzelnen verlangen, sich zu verstellen und nicht sich selber zu sein? Haben wir zu viele Regeln, Richtlinien oder Gesetze, die die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten einschränken, wodurch Frustration entsteht, welche „rausgelassen“ werden will? Ich tendiere auf eine Mischung von allem.

Ich finde es gut, dass Stadtpräsident Alexander Tschäppät hart durchgreift! Solche Besäufnisse stören mich ja um Grunde genommen nicht… Aber wenn Tausende Jugendliche sich versammeln nur um zu Saufen, dann ist das nicht das gleiche wie wenn die Holländer an der EM sind! Denn bei den Holländern ist der Fussball das Haupthema, aber die Jugendlichen kommen fast nur um zu saufen! Es heisst zwar, es ginge ums kennenlernen aber aus meiner Sicht ist es eher ein Zeichen für das Besaufen… Und da gestern in Bern nichts stattfand, ist das ein gutes Zeichen für Stapi Tschäppät! Weiter so!

Ich war gestern Abend auf der Grossen Schanze, einmal gegen 21 Uhr, ein zweites Mal kurz nach Mitternacht.

Die Berichterstattung auf bernerzeitung.ch deckt sich mit meinem Beobachtungen, und darüber bin ich froh: Einerseits, weil der Anlass problemlos über die Bühne gegangen ist. Andererseits weil der Reporter (Beat Rüdt) den Anlass abbildet, wie er war. Verzerrungen, denen andere Medien erlegen sind, sind in seinem Text nicht auszumachen.

Ich vereinbarte mit Stephan Hügli, dem Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, dass er sich hier zum Botellón äussert.

Herr Hügli, Sie waren auch auf der Grossen Schanze. Wie beurteilen Sie das erste Berner Botellón?

Ich war selbst auf der Grossen Schanze und habe mit einigen der Organisatoren das Gespräch gesucht. Sie teilten mir mit, dass der Berner Stadtpräsident im “Zyschtigsclub” ausdrücklich gesagt habe, derartige Anlässe würden keine Bewilligung brauchen. Wozu also all die Aufregung?! Es gehe ja friedlich zu. Und die Leute, die sich jetzt hier zum Trinken versammelt haben, würden dasselbe – unbeachtet – auch sonst irgendwo in der Stadt tun…

Ich blieb bei meiner Aussage, dass Alkoholmissbrauch schädlich ist. Schliesslich bildet diese Tatsache ein Kernstück im Jugendschutz und der Suchtprävention. Ausserdem: Die vielen Glasscherben stellen eine unakzeptable Gefahr für alle dar und die Abfallberge eine weitere Zumutung für die Anwohner.

Ich habe den Organisatoren vorgeschlagen, wenn der eigentliche Sinn dieses Anlasses ein get-together sein sollte, durchaus die Möglichkeit bestehe, eine Bewilligung einzuholen für ein jugendkonformes Fest. Dies müsste dann allerdings die Voraussetzung erfüllen, dass allen Anforderungen betreffend Jugendschutz, Alkoholpävention, Abfallproblematik oder Lärmbelastung entsprochen werde. Ich gab ihnen meine Telefonnummer.

Dass Alkoholmissbrauch schädlich ist, brauchen wir hier nicht näher zu diskutieren. Allerdings haben wir uns hoffentlich auch von der Vorstellung einer drogen- bzw. suchtfreien Gesellschaft verabschiedet.

Gestern Abend erzählte mir ein junger Erwachsener, dass es in seiner Region seit Jahren Usus ist, dass sich die Jugendlichen kollektiv betrinken.

Genau das tun ja viele Erwachsene auch – einige in der Öffentlichkeit, viele zuhause.

Was, wenn die Botellones nun zu einem regelmässigen Event in Bern werden? Wie würden Sie vorgehen, Herr Hügli?

Doch, Herr Balsiger, Alkoholmissbrauch ist ein Thema – wenn nicht sogar die schwerwiegendste Suchtproblematik in der Schweiz! Davor kann und will ich nicht die Augen verschliessen. Als SUE-Direktor untersteht mir u.a. auch der Jugendschutz und die Alkoholprävention. Eine grosse Verantwortung, auch im emotionalen Sinn.

Sollten also die Botellones in einen regelmässigen, unkontrollierten Event ausarten, würde ich eben doch dem Gemeinderat ein Verbot des Trinkens im öffentlichen Raum und zu bestimmten Zeiten (analog Chur), vorschlagen.

Besten Dank, Herr Hügli, für Ihre Ausführungen. Ich hoffe, dass die Diskussion im Wahlbistro nun erneut lanciert ist.

Was meinen Sie, liebe Gäste, nach der Erfahrung des ersten Botellón-Anlasses in Bern?

Auch ich habe gestern kurz auf der Grossen Schanze vorbeigeschaut, dabei sah ich ein friedliches, aber eher langweiliges „Fest“ (erinnerte irgendwie an ein Open-Air, nur eben ohne Musik…). Als störend empfand ich primär den Abfall und die Scherben (wobei dies mehr ein generelles Problem darstellt).

Ich gebe Herrn Hügli Recht, dass man Alkohol nicht verharmlosen darf. Ich wage aber zu bezweifeln, dass die Berner Jugendlichen gestern ohne Botellón weniger getrunken hätten – es wäre einfach weniger sichtbar passiert.

Ich bin einigermassen schockiert, wenn ich lese, dass Herr Hügli ein partielles Alkoholverbot in Betracht zieht! Dies käme einer Kapitulation vor offensichtlichen Problemen gleich (Jugendschutz) und würde die Freiheit vieler Erwachsener, welche vernünftig mit Alkohol umgehen können, einschränken.

Die Stadt soll den Jugendschutz konsequent durchsetzen, der Rest liegt in der Eigenverantwortung der Erwachsenen. Wer mit dieser nicht umgehen kann, soll die Kosten wenn immer möglich selbst tragen. In Zürich mussten Teilnehmer, welche medizinische Hilfe benötigten, 200 Franken für Betreuung und Bettwäsche bezahlen. Ein möglicher Ansatz (wenn auch nicht zwingend der beste).

Mit dem Alkoholverbot wären wir wieder bei der Symptom-Bekämpfung. Die Städte hätte dann das Problem ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ zwar aus dem Weg geschafft. Doch getrunken würde trotzdem weiter – irgendwo.

Selbst wenn der Verkauf oder gar der Konsum verboten würde, wäre das Problem nicht gelöst. Entweder entstünde ein Schwarzmarkt oder es würde auf andere mehr oder weniger legale Rauschmittel ausgewichen.

Die Zahlen der Notaufnahme der Spitäler zeigen, dass am Wochenende wesentlich mehr Menschen eingeliefert werden – nicht nur wegen übermässigem Alkoholkonsum. Am Wochenende wird „dekomprimiert“. Man lässt die „Sau“ raus – mit oder ohne Alkohol. Die Bottellones sind für mich nur eine weitere Form des Dampf-ablassens. Gäbe es eine Statistik über Vandalismus (mit dem wir uns inzwischen auch schon alle abgefunden habe), würde sich wohl auch dort zeigen, dass dieser vorwiegend an den Wochenenden auftritt.

Deshalb bin ich von den bisherigen Statements insofern enttäuscht, als dass sich niemand für die Ursachen dieses Verhaltens zu interessieren scheint… Erst wenn wir diese kennen, können wir meiner Ansicht nach über Massnahmen diskutieren.

Für mich war und ist ein Verbot eines derartigen Anlasses immer sehr fragwürdig. Die Realität gibt mir nun aber zu denken: Der Anlass in Zürich (ich mische mich von ausserhalb in Berner Themen) war eine Abfallkatastrophe – der Grossraum Bellevue von Glasscherben übersät. Die Stimmung war aggressiv (Medienberichte, war nicht selber dort) und die Ambulanz hatte zu tun.
Vor diesem Hintergrund ist der Umgang mit solchen Anlässen wieder neu zu beurteilen und die Aufwände sind nach dem Verursacher-Prinzip zu decken.

@ Dominik Allemann
Meinen Sie nicht, dass das, was nun konzentriert am Bellevue oder auf der Grossen Schanze geschehen ist, nicht ohnehin geschähen wäre, dann allerdings örtlich weniger konzentriert resp. verteilt auf ein grösseres Gebiet?

Auch ich war letzten Samstag zufällig auf der Grossen Schanze anzutreffen. Wie schon erwähnt glich das Ganze einem “Openair”. Ich für meinen Teil bin froh, wurde friedlich und ohne Zwischenfälle gefeiert, konnte man so doch beweisen, dass die heutige Jugend zu so etwas fähig ist.

Ich finde jedoch, dass man dem Thema Alkoholmissbrauch als Gesellschaftsdroge nicht repressiv begegnen sollte und auch nicht kann. Wenn sich Jugendliche treffen, nur um “sich die Lampe zu füllen”, finde ich das bedenklich. Ein Verbot würde allerdings am Ziel vorbeischiessen. Man findet immer Wege, an Alkohol zu gelangen. Ob an Botellnes, in Clubs, Bars oder Beizen, getrunken wird immer – übrigens nicht nur von Jugendlichen!

Ursachenbekämpfung empfinde ich als konstruktiver als irgendetwas zu bekämpfen. Man muss sich die Frage stellen, warum es nötig ist, exzessiv Alkohol zu konsumieren. Jedes Kind weiss doch, wie schädlich dies sein kann, getan wirds trotzdem, nicht nur von Süchtigen. Ich behaupte, dass Politik und Gesellschaft in den letzten Jahren für die Jugend zu wenig gemacht, ihr zuwenig zugehört hat. So verschaffen sich die Jungen nun Gehör – wie das Medienecho gezeigt hat.

@ Titus Sprenger

Ihre Beiträge freuen mich, schliesslich macht es Spass, wenn sich Wählerinnen und Wähler in die Debatten einmischen!

Sie fragen nach den Ursachen von Botellónes und nennen Leistungsdruck, Vorurteile und einschränkende gesellschaftliche Regeln als mögliche Gründe. Es scheint mir plausibel, Merkmale des gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandels für die Entstehung von Neuem heranzuziehen. Des Weiteren schlage ich einen entwicklungspsychologischen respektive jugendsoziologischen Deutungsansatz vor, welcher sich im Lauf der Geschichte immer wieder bestätigte.

Sie finden meine Ausführungen im Wahlkampfblog.

Dass die Botellones “in einen regelmässigen, unkontrollierten Event ausarten”, ist kaum anzunehmen. Einerseits ist das Wetter in der Schweiz einfach zu unberechenbar. Man stelle sich nur vor es hätte am Samstag geregnet, dann wären wohl nur ein paar ganz Unverfrorene mit Regenschirmen auf der Grossen Schanze am frieren gewesen. Andererseits werden solche Anlässe auch ziemlich schnell, ziemlich langweilig.

Es war das erste Mal und jetzt wars, weil es im Sommerloch so kontrovers in den Medien diskutiert werden konnte, wohl einfach ziemlich hip, auf der Grossen Schanze zu sein.

Wie schon angetön: Die Frage warum die Jugendlichen übermässig trinken, sollte doch eher interessieren. Ob es sinnvoll ist, mit neuen Verboten und Restriktionen, einige Löcher zu stopfen, wage ich stark zu hinterfragen. Vor allem, wenn die Jugendlichen nicht mehr auf der Strasse trinken, wird das möglicherweise einfach im Verborgenen weitergeführt?!

Weil es sich beim Jugendschutz um eine extrem komplexe und profilierungsarme Thematik handelt, am besten einfach mal präventiv in die Verbotskiste greifen. Das kann ich so überhaupt nicht befürworten.

Zu empfehlen:
Studie der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA): “Weshalb Jugendliche zu Alkohol greifen”.

Nach Wikipedia ist “Botellón (grosse Flasche), ein etwa 1990 in Spanien aufkommender Brauch junger Leute, sich vor allem am Wochenende zum gemeinsamen Alkoholkonsum und Feiern zu treffen.
In unserer rasanten Zeit und Dank der schnellen Entwicklung mit dem Internet ist es heute einfach, solche Treffen zu veranstalten.

Doch Jugendliche, die sich in Gruppen treffen, hat es schon immer gegeben und wird es immer geben.
Dazu krame ich gerne in meiner Erinnerung:

Damals fand der Samstagabendausgang eher im kleinen Rahmen statt, schliesslich war doch die Organisation für nur schon ein paar Freunde recht schwierig. Ich erinnere mich noch gut, wie ich und meine Geschwister daheim auf die Telefonanrufe unserer “Kollegen” warteten, um später, nachdem wir uns dann endlich geeinigt hatten, wo wir uns treffen, wer alles mitkommt, wohin wir fahren und wer der Chauffeur sein wird, das allen Anderen, ihrerseits daheim an der “Strippe” wartenen Kollegen mitzuteilen.

Trotz kleinen Lehrlingslöhnen war das Benzin zum Herumkurven noch günstig und eine Konsumation in einer Wirtschaft erschwinglich. Auch hier lag es an der Selbstverantwortung der Einzelnen, ob sie sich diese Abenden die Lampe füllen wollten oder nicht.

Sehr geehrter Herr Gemeinderat Hügli,

Sehr geehrte Teilnehmer und Beteiligte,

Ich verstehe Ihre Sorge betrifft der Botellions. Sie wären wohl in der Presse verantwortlich gemacht worden, wenn es unschöne Auseinandersetzungen von betrunkenen Teilnehmern unter sich, der Polizei oder unbeteiligten Bürgern gegeben hätte.

Soweit ich weiss, ist dieses Treffen recht geordnet abgelaufen. Momentan ist für mich nicht genau ersichtlich wer was dazu beigetragen hat. Sicher alle zu ihrem Teil.

So möchte ich den Teilnehmern, den Verantwortlichen der Polizei Organe, sowie allen die zum ordentlichen friedlichen Ablauf beigetragen haben, als Bürger von Bern herzlich danken.

PS: Einen Wunsch hätte ich aber für die Organisatoren und selbstverständlich an die Teilnehmer von Bottelons noch; Bitte sorgt dafür, dass der Platz, sauber ohne Scherben und sonstigem Unrat verlassen wird. Dann wird sich kaum mehr jemand an dem “fröhliche Treiben” aufhalten.

Es gibt viele Bürger, auch ältere, die euch verstehen. Auch wir waren einmal jung. Ihr seid die Zukunft. Macht daraus eine gute, für euch und eure Kinder.

Sehr geehrter Herr Rohner

Ihr Wohlwollen gegenüber den Jugendlichen berührt mich. Sie schaffen damit auf unaufgeregte Art eine konstruktive Basis für Dialog, Solidarität und sozialen Frieden zwischen den Generationen.
Jedem Lebensalter seine Bedürfnisse – bleibt nur zu wünschen, dass den Seniorinnen und Senioren dieselbe Toleranz und Liebenswürdigkeit zukommt.

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