30.12.2008

Nach dem klaren Ergebnis: Weshalb ist Rot-Grün so sicher im Sattel geblieben? (6)

In der Stadt Bern sind die Würfel gefallen: Die Rot-Grün-Mitte-Parteien (RGM) bleiben in der Stadtregierung weiterhin in der Mehrheit. Alexander Tschäppät (sp), Edith Olibet (sp) und Regula Rytz (gb) wurden klar bestätigt. Die Bürgerlichen sind auch mit ihrem vierten Versuch, die Wende herbeizuführen, gescheitert.

Bis am Wahltag war völlig offen, wer den den zweiten bürgerlichen Sitz holt. Schliesslich setzte sich Reto Nause (cvp) mit einer Differenz von knapp 400 Stimmen gegen Beat Schori (svp) durch

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Mit einem guten Resultat wieder gewählt wurde Barbara Hayoz (fdp). Beim Kampf um das Stadtpräsidium vermochte sie Tschäppät allerdings nicht vom Thron zu stürzen

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Die Resultate der Parlamentswahlen werden auf 22 Uhr erwartet. Die Diskussion hier im Wahlbistro kann dennoch bereits beginnen.

- Weshalb sitzt Rot-Grün derart sicher im Sattel?
- Weshalb sicherte sich Edith Olibet die Wiederwahl so klar, obwohl sie seit eineinhalb Jahren fast permanent eine schlechte Presse hat?
- War die Strategie der Bürgerlichen falsch? (bloss 3 Kandidaten, Stephan Hügli desavouiert)
- Haben die Bürgerlichen teilweise auf die falschen Kandidierenden gesetzt?
- Muss das Wahlsystem (Listenproporz) überdacht werden, da es Blöcke statt Köpfe bevorzugt?

Der Nachtrag von 22.30 Uhr

bringt die wichtigsten Ergebnisse der Parlamentswahlen:

- SP: – 4 Sitze
- FDP: – 5 Sitze
- GLP: + 4 Sitze
- BDP: + 6 Sitze

Wer macht den Anfang?



Letzte Kommentare

Die Strategie der Bürgerlichen mit nur drei Kandidaten war sicher richtig. Sie waren die Besten, die diese drei Parteien haben. Man weiss aber, dass es immer schwierig ist, gegen bisherige Amtsinhaber anzutreten.

Die Bürgerlichen arbeiten an der Wende. Mit der Wahl von Reto Nause zeigt sich, dass Bern eine starke Mitte will, die versucht zu vermitteln. Ich bin sicher, dass in vier Jahren alles noch einmal anders ist, wenn Baldachin, Westside und die EM nicht mehr wirken.

Es liegt aber jetzt vor allem an Reto Nause und Barbara Hayoz zu zeigen, dass sie etwas für Bern bewegen können und nicht zuletzt auch an den Bürgerlichen im Stadtrat. Vor allem dort kann die CVP viel tun für eine bessere Berner Politik und damit auch für die Wende hin zu einer bürgerlichen Mehrheit.

Wenn ich die Zusatzstimmen der bürgerlichen Liste anschaue, würde ich es als schwierig bezeichnen, die Dreier-Liste als richtige Strategie zu bezeichnen. Ich persönlich habe mich auf alle Fälle sehr gefreut, dass sich das Abhalftern von Hügli weder für die SVP noch für die FDP ausgezahlt hat.

Ich finde vor allem das Stadtrats-Resultat höchst interessant: Rechtsaussen und Bürgerlich (inkl. CVP) verlieren 1, Links verliert 3, GFL verliert 1 Sitz. Die grosse Gewinnerin ist die Nicht-RGM-Mitte. Anders gesagt: Es gibt offensichtlich einen Anteil von Wählern, welche bei RGM Abnützungserscheinungen sehen, die Bürgerlichen aber weiterhin nicht als wählbar betrachten.

Ich hoffe, dass aus diesem Resultat sowohl RGM wie auch die Bürgerlichen etwas lernen.

Eine kleine Einbettung der Entwicklungen inkl. Berechnungen zu den Prozentanteilen im Berner Stadtrat finden Sie unter diesem Link.

Soll die bürgerliche Wende erreicht werden, ist künftig eine Zusammenarbeit zwischen CVP, FDP und BDP notwendig. Die SVP hat sich zu stark in die rechtskonservative Ecke gedrängt.
Als liberaler Mensch wähle ich neben der FDP lieber Grünliberal als die SVP. Wer mit konservativen Kräften ins Boot steigt, wird den Aufbruch in die Zukunft, der für eine Wende nötig ist, nie vermitteln können.

RGM macht einfach zukunftsgerichtete Politik und denkt mulitfaktorieller und -kausal.
Weshalb allerdings Alexander Tschäppät noch im Sattel sitzt, frage ich mich nach der Zeitungslektüre heute morgen umso mehr.

Tschäppät will die Sendungen “Club” und “Arena” nach Bern holen. Unser Herr Stadtpräsident unterstellt den Bernern und Bernerinnen mangelndes Selbstvertrauen. Und dies will er damit aufpäppeln, dass “Club” und “Arena” aus Bern gesendet werden. Ist das nun der berühmte Plan? Ärmlich und erbärmlich, finde ich. Bern hat ganz bestimmt andere Sorgen, die angepackt werden müssten.

Weshalb panaschierten bei den Gemeinderatswahlen Wähler der Bürgerlichen Mitte Alexander Tschäppät und Regula Ritz, womit sie die eigene Liste schwächten? Wenn sie damit die Wiederwahl von Edith Olibet verhindern wollten, war dies ein untaugliches Mittel. Da hätten sie für Daniel Klauser stimmen sollen, was sie jedoch in viel geringerem Masse taten.

Und weshalb panaschierten RGM-Wähler so zahlreich Barbara Hayoz? Die konnte als Gemeinderätin ja ohnehin ihrer Wiederwahl sicher sein. Demgegenüber waren die viel weniger zahlreichen Stimmen aus RGM für Reto Nause in der Tat entscheidend. Ohne diese Panaschiertimmen wäre nicht er, sondern der knallharte SVP-Mann Beat Schori Gemeinderat geworden.

Und dann die Panaschierstimmen von hüben und drüben für Stephan Hügli? Persönliche Stimmen konnten ihm ja lediglich insofern etwas bringen, als ie seine Liste etwas stärkten, denn sein Problem waren offensichtllich die fehlenden Stimmen für seine Liste, woran er auch deutlich scheiterte, kein Problem für ihn waren seine beiden Mitbewerber auf der eigenen Liste. Das gleiche gilt in geringerem Masse für Jimy Hofer. Ist eine Proporzwahl zu hohe Mathematik?

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